Lage: Deutschland Berlin Marienfelde
Hier kamen über Jahrzehnte Flüchtlinge aus der DDR in West-Berlin an – heute eine Erinnerungsstätte mit der Ausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“.
Interessante Fakten
- Am 20. September 1956 wurde der millionste Flüchtling registriert.
- Der erste Bauabschnitt bot Platz für rund 2.000 Menschen.
- Die Dauerausstellung zeigt mehr als 900 Exponate.
- 1998 wurde der Ort als Gedenkstätte von nationaler Bedeutung eingestuft.
Gründe für einen Besuch
- Authentischer Ort der deutsch-deutschen Fluchtgeschichte
- Ergänzt die Gedenkstätte Berliner Mauer
- Persönliche Fluchtgeschichten in der Ausstellung
Das Notaufnahmelager Marienfelde im Berliner Süden war über Jahrzehnte die erste Anlaufstelle für Menschen, die aus der DDR und Ost-Berlin in den Westen flohen. Der Grundstein wurde am 30. Juli 1952 gelegt, am 14. April 1953 wurde der erste Bauabschnitt mit zehn Wohnblocks für rund 2.000 Flüchtlinge eingeweiht. Im August 1953 nahm das Lager den Betrieb auf und ersetzte eine kleinere Notaufnahmestelle in Charlottenburg.
Am 20. September 1956 wurde offiziell der millionste Flüchtling registriert. Nach dem Bau der Mauer am 13. August 1961 sank die Zahl der Ankommenden fast auf null; erst 1989 stieg sie wieder stark an. 1993 verließen die letzten Flüchtlinge und Übersiedler das Lager, danach diente es als Aufnahmestelle für Aussiedler und ab Dezember 2010 als Übergangswohnheim für Geflüchtete.
Seit 1993 erinnert ein Verein mit einer Ausstellung an die Geschichte des Ortes. 1998 stufte eine Enquete-Kommission des Bundestages ihn als Gedenkort von nationaler Bedeutung ein. Seit April 2005 zeigt die Dauerausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ auf rund 450 Quadratmetern mehr als 900 Exponate. Heute gehört die Erinnerungsstätte zur Stiftung Berliner Mauer.
Geschichte
18. Januar 1950 Notaufnahmestelle in Charlottenburg, 30. Juli 1952 Grundsteinlegung in Marienfelde, 14. April 1953 Einweihung, ab August 1953 Betrieb, 20. September 1956 millionster Flüchtling, nach dem Mauerbau 1961 kaum noch Ankünfte, 1989/90 erneuter Andrang, 1993 Ende als Notaufnahmelager, danach Aussiedleraufnahme und Übergangswohnheim. 1993 Gründung des Vereins und erste Ausstellung, 2005 Dauerausstellung, seit 2008/09 Teil der Stiftung Berliner Mauer.
Besondere Merkmale
Erhaltene Wohnblocks des Lagers und Erinnerungsstätte mit der Dauerausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ (rund 450 m², über 900 Exponate) sowie einem Koffer-Denkmal von 2005.
Praktische Hinweise
- Geeignet für
- Geschichtsinteressierte, Schulklassen, Berlin-Besucher.
- Anreise
- Im Berliner Ortsteil Marienfelde (Bezirk Tempelhof-Schöneberg). Öffnungszeiten und Führungen bitte bei der Stiftung Berliner Mauer prüfen.
Angaben können sich ändern. Bitte prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Informationen beim Betreiber.
Karte
Öffnet einen externen Routenplaner. Bitte vor der Abfahrt Zugang und Öffnungszeiten prüfen.
Quellen
- Wikipedia (de): Notaufnahmelager Marienfelde
- Wikipedia (en): Marienfelde refugee transit camp
- Wikidata: Q882022
Bild: Müller, Simon · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
