Prähistorische Höhle über der Lesse bei Pont-à-Lesse (Dinant) – Fundort einer rund 3,8 Zentimeter großen Elfenbeinfigur und von Neandertaler-Resten.
Interessante Fakten
- Die Elfenbeinfigur von Trou Magrite ist etwa 3,8 Zentimeter groß.
- Aus der Höhle stammen mehr als 50.000 Tierknochen, vor allem von Pferd, Rentier und Wollnashorn.
- Ab 2015 wurden in den alten Sammlungen Reste eines jugendlichen und eines kleinkindlichen Neandertalers erkannt.
Gründe für einen Besuch
- Bedeutende Fundstelle der Altsteinzeit
- Lage über dem Tal der Lesse
Trou Magrite ist eine prähistorische Fundstelle bei Pont-à-Lesse im Gebiet von Dinant. Die Höhle liegt auf einer Terrasse etwa 26 Meter über der Lesse, nahe ihrer Mündung in die Maas, und besteht aus einer großen Kammer von rund 6 Metern Breite und 12 Metern Höhe mit einem kleinen Vorraum.
Der Geologe Édouard Dupont untersuchte die Höhle 1864 und grub sie 1867 fast vollständig bis zum Felsboden aus. Seine Schichtenfolge half später, die Kulturabfolge der späten Eiszeit in Westeuropa zu bestimmen. Die Höhle wurde in Abschnitten vom Moustérien (Mittelpaläolithikum) über Aurignacien und Gravettien bis in die Eisenzeit genutzt.
Bekanntester Fund ist eine etwa 3,8 Zentimeter große Elfenbeinfigur, oft „Venus von Trou Magrite“ genannt. Dazu kommen ein graviertes Rentiergeweih, mehr als 50.000 Tierknochen und – bei einer Neuuntersuchung der alten Sammlungen ab 2015 erkannt – Reste zweier Neandertaler.
Geschichte
1864 erste Untersuchung durch Édouard Dupont, 1867 fast vollständige Ausgrabung, im 20. Jahrhundert mehrere wenig dokumentierte Untersuchungen, 1991–1992 Kontrollgrabung an der Terrassenkante, ab 2015 Neuauswertung der Sammlungen mit Nachweis zweier Neandertaler.
Besondere Merkmale
Höhle auf einer Terrasse rund 26 Meter über der Lesse mit einer großen Kammer von etwa 6 × 12 Metern. Funde aus Moustérien, Aurignacien und Gravettien bis zur Eisenzeit.
Karte
Öffnet einen externen Routenplaner. Bitte vor der Abfahrt Zugang und Öffnungszeiten prüfen.
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